Countdown zum Motorsport-Highlight des Jahres 2012 – dem MotoGP auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal

MotoGP 2012 – Der Große Preis von Deutschland: In wenigen Tagen ist es wieder soweit! Vom 6. bis 8. Juli wird der Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal zum Mekka zahlreicher Motorsportbegeisterter. Zum 85jährigen Bestehen gibt es in diesem Jahr schon am Donnerstag, dem 5. Juli eine Geburtstagsparty mit ganz besonderen Highlights.

Wie in jedem Jahr werden hunderttausende Zuschauer und zahlreiche Aktive beim Motorrad Grand Prix die einmalige Atmosphäre dieses Rundkurses, spannende Rennen, Überholmanöver und packende Zweikämpfe erleben. Viele reisen bereits Tage vorher an und übernachten in den umliegenden Orten. Zum diesjährigen Jubiläum können wir schon donnerstags (5. Juli) viele Fahrzeuge aus den vergangenen 85 Jahren auf dem Ring sehen. Auch Champions, die in früheren Zeiten Renngeschichte geschrieben haben, sind mit ihren ‚alten‘ Maschinen dabei. Sie lassen es sich nicht nehmen, mit den Fans auf dem Sachsenring zu feiern. Giacomo Agostini, Dieter Braun, Phil Read und noch einige andere mehr werden am Donnerstag die Erinnerung an ‚alte Zeiten‘ und die wechselhafte Geschichte des Kurses aufleben lassen.

Die Anfangszeit

Die Geschichte des Sachsenrings reicht bis ins Jahr 1927 zurück, als auf dem damals noch Badberg–Vierecksrennen genannten Straßenkurs die ersten Motorradrennen ausgetragen wurden. Nach einer Unfallserie im Folgejahr wurde der Rennbetrieb zunächst wieder eingestellt, doch im Jahr 1934 eroberten sich die Fahrer mit Ihren Rennmaschinen die Strecke zurück. Der 1937 in Sachsenring umbenannte Kurs wurde immer populärer. Internationale Rennen wie der „Große Preis von Europa“ begeisterten Scharen von Zuschauern.

Eine kriegsbedingte Pause des Rennbetriebes konnte der Faszination, die der Sachsenring auf die Renngemeinde ausübte, nichts anhaben. Ab 1949 strömten die Rennenthusiasten wieder an die Strecke und die Zuschauerzahlen am Renntag erreichten 1950 mit ca. 480.000 einen neuen Rekord.

Hinter dem eisernen Vorhang

Ab 1961 gastierte jedes Jahr die Motorrad-Weltmeisterschaft auf der faszinierenden Naturstrecke mit Stadtdurchfahrt und sorgte für eine Vielzahl emotionsgeladener Momente. Spannende Rennen, tragische Unfälle und neue Rekorde prägten diese Zeit. Agostini fuhr auf seiner 500-cm³-MV Agusta die schnellste Rennrunde. Tiefe Trauer und Betroffenheit herrschte beim tödlichen Sturz von Bill Ivy. Die Zuschauer feierten ihre Helden und machten besonders aus ihrer Sympathie für den westdeutschen Fahrer Dieter Braun keinen Hehl.

1971 gewann Dieter Braun auf dem Ring den 250er Lauf. Als bei der Siegerehrung die Nationalhymne der BRD nicht gespielt werden sollte, kochten die Emotionen hoch. Einige Fans begannen, die bundesdeutsche Hymne zu singen und Hunderttausende rund um den Ring erhoben sich von ihren Sitzen und stimmten ein. Es formierte sich überdimensionaler Chor zur Ehrung des Siegers und als Protest gegen die allgegenwärtige Staatsdoktrin, deren Hüter machtlos zusehen mussten.

Die Entwicklung des Sachsenrings wurde von der DDR-Regierung argwöhnisch und mit wachsendem Unbehagen beobachtet. 1973 zog sie die Konsequenz und verbot unter einem Vorwand die WM-Läufe. Fortan wurden nur noch Rennen mit Fahrern des „Ostblocks“ ausgetragen.

Das drohende Aus

Nach der Wende (Vereinigung der beiden deutschen Staaten) wurde der Sachsenring erneut Austragungsort großer internationaler Rennen und ab 1990 waren wieder Fahrer aller Nationen willkommen. Für die weiterentwickelten Motorräder war die Strecke inzwischen aber zu gefährlich. Sie entsprach nicht mehr den Sicherheitsanforderungen. Tragische Unfälle waren die Folge. Wieder mußten die Zuschauer um drei tödlich verunglückte Rennfahrer trauern.

Trauern musste die Renngemeinde ab dem Folgejahr aber auch um den Sachsenring selbst. Das Sachsenring-Rennen wurde aus Sicherheitsgründen nicht mehr auf dem Sachsenring, sondern auf Ausweichstrecken im In- und Ausland ausgetragen.

Und sie fahren!

Das konnte die motorsportbegeisterte Region so nicht hinnehmen. Seit 1996 wird ein neugebautes Verkehrssicherheitszentrum am Sachsenring auch als Rennstrecke genutzt. In den Rundkurs wurden Teile der alten Strecke integriert. Der ’neue‘ Sachsenring erfüllt heute höchste Sicherheitsstandards und beherbergt seit 1998 auch wieder den MotoGP.

Sollte es doch zu Ende sein?

Auslaufende Verträge, erhöhte Gebühren und finanzielle Probleme führten dazu, dass es fast unmöglich schien, den MotoGP auch nach 2011 weiter auf dem Sachsenring auszutragen. Das Bekanntwerden dieser Nachricht schockierte Motorrad-Fans, Rennsportbegeisterte und Einheimische gleichermaßen. Sie waren sich einig, dass die legendäre Rennstrecke Austragungsort von Motorrad-Weltmeisterschaftsläufen bleiben muss. Initiativen wurden gegründet, Proteste organisiert und……… eine Lösung und ein neuer Veranstalter, die Sachsenring Rennstrecken Management GmbH (SRM), gefunden.

Sie fahren weiter und weiter und weiter…

Der Wille, nicht aufzugeben hat gesiegt und unser Dank gilt allen, die sich für den Verbleib des MotoGP auf dem Sachsenring stark gemacht haben. Nach einer Mitteilung der SRM auf ihrer Homepage ist der Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring inzwischen bis zum Jahr 2016 gesichert!

Deshalb werden auch in diesem Jahr wieder Rennbegeisterte zu den Tribünen und an die Strecke pilgern, den legendären Ankerberg bevölkern, die Rennfahrer anfeuern und eine gigantische Party feiern – dieses Jahr sogar eine Jubiläumsparty!

Noch ein anderes Jubiläum
Bei dem Stichwort Jubiläum fällt mir ein, dass die Stadt Hohenstein-Ernstthal dieses Jahr noch ein weiteres Jubiläum abseits des Motorsports feiert. Der Geburtstag ihres berühmten Sohnes Karl May jährt sich zum 170. und sein Todestag zum 100. Mal. Irgendwie drängt sich mir dabei der Gedanke auf, dass der Sachsenring auch etwas mit den Helden der Lederstrumpfgeschichten gemeinsam hat: Es gibt Höhen und Tiefen, die Geschichte aber geht immer irgendwie weiter! Und das ist gut so!
Copyright © Juni 2012 by Stella

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